Let's Plays

Studentisches Forschungsprojekt


Thesen und Erkenntnisse aus der Umfrage

Als wir uns im Seminar mit der Frage beschäftigten, welche Kulturen sich rund um die Computerspiele gebildet haben, man also nach “Subkulturen” forschte, fiel sehr bald der Begriff Let’s Plays (LPs). Was Let’s Plays sind oder sein könnten, haben wir bereits im geschichtlichen Teil (Verlinken zur Geschichte!!!) angeführt. Doch was macht das Besondere, die Faszination an diesen Videoclips aus und worin liegt der Erfolg begründet?

Um das herauszufinden, haben wir Nachforschungen betrieben und die Personen gefragt, die uns am besten Antworten auf diese Frage liefern könnten: die Konsumenten und Ersteller von LPs.

Zur Datenerhebung dienten zwei Fragebögen, die auf die jeweilige Gruppe, entweder Let’s Player oder Konsumenten, zugeschnitten waren. Die Laufzeit der Umfrage umfasste den Zeitraum vom 23.05.2013 bis 31.05.2013. Am Ende konnten wir 29 Teilnehmer bei den Let’s Playern und 125 Teilnehmer bei den Konsumenten verzeichnen. Hier ist anzumerken, dass es sich hierbei um die Anzahl der gültigen Teilnahmen handelt, da bei der Auswertung nur vollständig ausgefüllte Fragebögen berücksichtigt wurden.

Hier eine Statistik zum Verhältnis von weiblichen und männlichen Umfrageteilenehmern.

 

 

Unter den 29 Teilnehmern befand sich lediglich eine weibliche Person. Bei den Let's Play Konsumenten waren 45 der 125 Befragten weiblich.

 

Was ein gutes LP ausmacht:
 

Zunächst wollten wir herausbekommen, welche Eigenschaften oder Inhalte ein LP haben muss, um beliebt und in entsprechenden Fällen auch regelmäßig konsumiert zu werden.

Als Ergebnis der Umfrage konnten wir festhalten, dass der Kommentar des Moderators das A und O bei einem guten LP bildet. Dabei wird nicht nur auf den Inhalt der Aussagen geachtet, sondern vor allem auf die Sprachwahl und den Klang der Stimme. Da Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, lässt sich nicht eine pauschale Aussage treffen, wie die perfekte Stimme zu sein hätte. Vermehrt wurde jedoch angegeben, dass auf eine deutliche Aussprache Wert gelegt und eine ruhige Stimme als besonders angenehm empfunden wird. Inhaltlich darf für die meisten Umfrageteilnehmer der Humor nicht zu kurz kommen, welcher jedoch nicht aufgesetzt oder gar erzwungen wirken und sich möglichst in Maßen und gewissen Grenzen (Stichwort “politische Korrektheit”) halten sollte.

Einen guten Let’s Player würde es außerdem auszeichnen, wenn er über einen gewissen Grad an Kompetenz in Form von guten spielerischen Fähigkeiten und Hintergrundwissen verfügt. Spieler, die zu oft und vor allem an relativ leichten Stellen scheitern, nur Offensichtliches erläutern oder schlichtweg “dumme Kommentare” von sich geben, stoßen deshalb bei der Mehrheit auf Missfallen und Ablehnung. Dies soll aber nicht heißen, dass stets ein perfekter “Vorspieler” erwartet wird. Im Gegenteil, kleinere Fehler zeigen nicht nur, dass der Kommentator auch nur ein gewöhnlicher “Zocker” ist, sondern sie rufen oft auch den einen oder anderen Lacher hervor, wenn solche Stellen entsprechend humorvoll kommentiert werden. Ein gewisses Maß an Können wird jedoch dann erwartet, wenn der Zuschauer darauf aus ist, sich Spieletipps aus dem Video zu holen. Schließlich möchte der Konsument gezeigt bekommen, wie bestimmte schwierige Stellen oder Rätsel am besten zu meistern sind.

Ein Umfrageteilnehmer bündelte in seiner Antwort die großteilig herrschende Meinung unter den befragten Konsumenten:

Zitat 1:

“Ein gutes Let’s Play-Video wird von einem Spieler geleitet, der auch eine angenehme oder gar spezielle Redestimme hat. Seine Spielfähigkeiten sind gut, brauchen oder müssen nicht perfekt sein, haben doch Fehler bzw. Hindernisse einen herausfordernden Charakter. So entsteht das Gefühl, das man auch bekommt, wenn man selber vor einer Herausforderung steht. Gerne höre ich auch noch Hintergrundinformationen zum Spiel und zum Publisher. Einen dem Spiel entsprechenden Humor sollte der Let’s-Player auch an den Tag legen.“

Auf die Auswahl und Qualität der gezeigten Spiele wird nicht ganz so großen Wert gelegt. Vielmehr ist es für die Konsumenten entscheidend, dass die LPs eine gute Bild- und Tonqualität aufweisen.

Desweiteren spielt es eine nicht unerhebliche Rolle, dass im Let’s Play vor allem auf die relevanten Teile des Gameplays eingegangen wird.

Besondere Formen des bzw. innerhalb der Let’s Plays wie Speedruns, Wettbewerbe, Rekordaufsstellung und auch die Blind-LPs bilden für Interessierte einen besonderen Reiz und Abwechslung neben dem “gewöhnlichen” Videoangebot. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass primär die sprachlichen Qualitäten entscheiden, ob ein Let’s Play für sehens- bzw. hörenswert gehalten wird. Dabei spielt die gebotene Bild- und Tonqualität natürlich eine nicht unerhebliche Rolle, denn selbst die schönste Stimme klingt in einem schlecht erstellten Video nicht gerade angenehm. Die meisten Zuschauer wollen vom Let’s Player an die Hand genommen werden, damit sie möglichst leicht in das Spiel bzw. in dessen Geschichte eintauchen können, um sich auf diese Weise einen Eindruck davon zu machen. Eine Kompetenz in Sachen spielerischer Fähigkeiten darf dabei zwar nicht zu kurz kommen, jedoch können kleinere Schwächen durch eine angenehme, ansprechende und meist humorvolle Art des Kommentierens  wettgemacht werden. Dies belegt vor allem der große Erfolg von Let’s Playern wie Gronkh, Sarazar [LINK!] oder CommanderKrieger [LINK!], die sich selbst nicht als Profis, sondern eher als “Casual-Gamer” bezeichnen. Entscheidend für den größten Teil der Konsumenten ist somit die Sympathie zum und die persönliche Art des Let’s Players und weniger seine spielerischen Qualitäten. 

 

Faszination Let’s Play:

Kommen wir nun zum Kern unserer Forschung und zu der Frage, aus welchen Gründen und Motiven LPs angesehen werden. Einige Punkte wurden bereits in der vorherigen Frage deutlich, was aber nicht verwunderlich ist, da beides, Motivation und Präferenzen, in diesem Fall untrennbar miteinander verbunden sind.

Bei der Umfrage gaben 64 % der Befragten an, LPs hauptsächlich zur Unterhaltung zu konsumieren. Um einen besseren Einblick in die Sichtweise der Zuschauer zu bekommen, sollen deshalb hin und wieder einige Zitate der Umfrageteilnehmer dienen. 

Zitat 2:

„Im Vordergrund liegt bei mir die Unterhaltung. Ich schaue mir manche Let´s Plays an, obwohl mich das eigentliche Spiel gar nicht interessiert. Tja, manche haben das Talent die Leute vor der Glotze zu fesseln. Ich meine vor dem Bildschirm.
Aber es dient auch als eine Hilfestellung, wo man so manche Tipps sich rausholen kann und selber produktiv im Spiel verwenden kann. Wer schlägt seine Tastatur nicht gegen den Tisch, wenn er nicht weiter kommt?! Genau solche Videos retten unseren Tisch und die Zähne der Tastatur.“

 

Das Zitat spricht zusätzlich zur Unterhaltung noch einen weiteren oft genannten Beweggrund an, nämlich den der Hilfestellung und Spieletipps. Diese Meinung teilten insgesamt 43,2% der befragten Konsumenten, bei welchen es eine zusätzliche Abspaltung gab. Diese liegt in Form des Ab- bzw. Vergleichs mit anderen Spielern vor, so wie es folgendes Zitat aufzeigt. 

Zitat 3: 

„[Ich schaue LPs,] (…) um zu sehen, wie andere Spieler/innen schwere Situationen in Spielen lösen, die ich selbst besitze, entweder, weil ich sie selbst noch nicht gelöst habe oder einfach aus Interesse, welche Strategien andere Spieler/innen so benutzen.“

Die mit 48,8 % am zweithäufigsten auftauchende Antwort lag in dem Wunsch, ein Spiel neu oder besser kennen zu lernen. 

Zitat 4:

„Ich schaue meist Let’s Plays von Spielen, deren Geschichte ich erfahren möchte, die ich mir selbst aber nicht leisten kann bzw. die erforderliche Konsole nicht besitze.“

In diesem Zitat wird noch ein zusätzlicher, allerdings nicht so häufig (4,8%) genannter Grund angesprochen, nämlich der Mangel an den nötigen Ressourcen in Form von Geld oder entsprechender Hardware, um ein Spiel selbst zu spielen. Die Let’s Plays fungieren somit auch für manche als “Ersatz-Erlebnis”, wenn ihnen das selbstständige “Zocken” nicht möglich ist.

Ob als Ersatz oder erste Berührung mit einem neuen Spiel, das (Mit-)Erleben der Spielgeschichte ist für viele ein wichtiger Faktor, wenn es um die Motivation und Auswahl des LPs geht. Ein weiterer Aspekt lässt sich im folgenden Zitat finden. 

Zitat 5:

„Man erhält einen tieferen Einblick in das jeweilige Spiel, teilweise sogar noch vor der Veröffentlichung und es ist ungeschönt, nicht so wie die Trailer, in denen erstmal alles toll aussieht.“

Let’s Plays zeigen also die “Realität”, etwas, das in unserer heutigen Welt, wo Retuschieren eher zum Standard gehört, beinahe eine Seltenheit geworden ist. Die Konsumenten können demnach, anders als bei den meisten handelsüblichen Trailern, durch das Ansehen von LPs einen unverfälschten Eindruck von dem jeweiligen Spiel gewinnen.

Dies schlägt sich dann auch in ihrem Kaufverhalten nieder, denn jeder vierte Umfrageteilnehmer (25,6 %) gab an, dass Let’s Plays grundlegend zu seiner Kaufentscheidung beitragen würde.

Zitat 6:

„Die Erfahrungen, die erfahrene und authentische Spieler machen und teilen, sind für mich eine wertvolle Entscheidungshilfe für den Kauf eines Spieltitels.“

Einzelne Personen gaben auch an, dass sie sich ein Spiel nur wegen eines LPs gekauft hätten, welches sie sonst nie angerührt hätten. Dies könnte die Befürchtungen bzw. die Argumente einiger Spielehersteller widerlegen, die die Meinung vertreten, dass Let’s Plays schlecht für ihr Geschäft wären. 

Aber kommen wir zurück auf unsere Ergebnisse. Die Nostalgiker waren immerhin zu 21,6 % bei der Umfrage vertreten und besaßen eine ähnliche Motivation zum LP-Schauen wie der Verfasser der folgenden Aussage. 

Zitat 7:

„Ich schaue mir Let’s Plays hauptsächlich aus nostalgischen Gründen an bzw. wenn ich ein Spiel früher sehr gemocht habe, es mir heute allerdings wesentlich zu umständlich/aufwändig ist, es selbst erneut zu spielen (veraltete Spielmechaniken etc.). Wenn mich das Let’s Play oder eher der Kommentar jedoch nicht gut unterhalten kann, ist auch der Nostalgie-Bonus nicht viel wert.“

An diesen Beispiel ist schön zu sehen, dass meistens mehrere Faktoren eine Rolle spielen, um den Konsumenten zufrieden zu stellen. Hier fließen Nostalgie und Unterhaltung ineinander, was wiederum die Ergebnisse der ersten Frage untermauern, dass der Konsum eines LPs eine unterhaltende und ansprechende Moderation und Kommentation bedingt. 

Im dritten Zitat (s.o.) wurde bereits ein Punkt angesprochen, der bei insgesamt 8 % der Befragten konkret in den Antworten genannt wurde: Der Spaß am Zuschauen, wie andere Menschen spielen. Dabei geht es vor allem darum mitzuerleben, wie schwierige Rätsel, Kämpfe oder gruselige Stellen besser bzw. anders gemeistert werden. Einen besonderen Reiz machen dabei auch die dabei hervorgerufenen Emotionen und Reaktionen des Let’s Players aus. Darüber hinaus bieten LPs den Zuschauern die Möglichkeit, Spiele, die sie zu gruselig oder aufregend finden, um sie selbst zu spielen, trotzdem zu erleben - nämlich aus sicherer Distanz von ihren Monitoren aus (ganz nach dem Motto “Mir kann nichts passieren, da ich nicht selbst agiere.”). Es erfolgt dabei also eine Immersion um “zwei Ecken”, die von einem subjektiven Sicherheitsempfinden getragen und motiviert wird.

Zitat 8: 

„Einige Spiele lösen (an bestimmten Stellen des Spiels) Reaktionen beim Spieler aus - die meisten Let’s Plays schau ich nur, um zu sehen wie andere Spieler (an diesen Stellen) reagiert haben. Gute (Bei)Spiele hierfür sind Saints Row 3 und Mass Effect 3.
Einen einzigen Lets Player schaue ich regelmäßig. Dieser Brite spielt ausnahmslos Horror-Survival Spiele und schafft es diese unwahrscheinlich witzig zu kommentieren (u.a. eben durch den brit. Akzent).“

 

Zitat 9:

„Schon zu Kindeszeiten haben Freunde und ich es genossen, uns gegenseitig bei Singleplayer-Spielen über die Schulter zu schauen. Es ist noch eine andere Erfahrung, Spiele und Spieler zu beobachten. Das Spiel wirkt dann wie ein Film oder eine Serie, die von jemand anderen aktiv beeinflusst wird.“

Aus dem letzten Zitat lässt sich eine Erklärung entnehmen, warum das Anschauen eines Let’s Plays einen spannenden Unterschied zum eigenen Spielen darstellt. Es wird als “andere Erfahrung” beschrieben und der Vergleich zum Film bzw. Serie gezogen, welche beide zu den beliebtesten Medien unserer Zeit gehören. 

An dieser Stelle sollen die Antworten auf eine weitere Frage bzw. Fragen einfließen.

Die Umfrageteilnehmer sollten beurteilen, ob oder in wie weit für sie LPs traditionelle Spielehilfen, das Fernsehen und das eigene “Zocken” ersetzen würde.

Die Ergebnisse lauten wie folgt: 

 

Wie sich aus der Statistik erkennen lässt, so nehmen Let’s Plays bei den Konsumenten einen nicht ganz unerheblichen Stellenwert ein. Zwar ersetzen sie sie nicht vollkommen, allerdings scheinen LPs bei einigen sowohl das eigene Spielen und vor allem andere Medien, wie Lösungsbücher und explizit das Fernsehen zu verdrängen. Einige Teilnehmer wiesen am Ende der Umfrage zusätzlich darauf hin, dass sie sogar gar keinen Fernseher besitzen würden, da ihr Bedarf an Unterhaltung durch das Internet und teilweise vor allem durch Videoclips in Form von LPs ausreichend versorgt werden würde.

Einmal mehr wird deutlich, dass das Internet ein mehr als ernstzunehmender Konkurrent des Fernsehens geworden ist und viele sich fragen, ob das Internet das Fernsehen irgendwann komplett verdrängen könnte. Einen interessanten Kommentar zu diesem Thema lieferte ebenfalls ein Umfrageteilnehmer. 

Zitat 10: 

„Für mich bieten die Let’s Plays vor allem eine Alternative zum Fernsehen, weil sie immer mehr so aufgebaut werden wie die Fernsehsender. Folgen kommen täglich oder wöchentlich zu bestimmten Zeiten. Dadurch, dass man die Folgen jedoch auch nachholen kann, kann man dem Geschehen gut folgen (für mich ein wesentlicher Vorteil gegenüber dem Fernsehen - “gucken wann ich möchte, bzw. auch wenn ich gerade Zeit habe”). Interessant finde ich auch, dass sich viele Konsumenten mit den Let’s Playern stark identifizieren. Es entstehen Fangruppen auf Socialmedia-Plattformen wie Facebook und Twitter, es werden eigene Fanvideos gedreht oder erstellt und es besteht ein reger Austausch zwischen Produzenten und Konsumenten.“

Die hier beschriebenen Vorteile der LPs bzw. des Internets liegen folglich zum einen darin, dass der Konsument selbst bestimmen kann, ob und wann er sich Folgen eines Let’s Plays ansieht. Es bieten zwar einige Fernsehsender die Möglichkeit an, dass man Filme oder Folgen von Serien für eine gewisse Dauer auch online nachholen könnte, wenn man sie beispielsweise verpasst hat, jedoch ist dies zum einen nicht die Regel und zum anderen kommt es hier zu einer Medienvermischung, da die Wiederholung gerade nicht im Fernsehen, sondern im Internet angeschaut werden kann bzw. muss. In dieser Konstellation nimmt das Internet zum einen die Rolle des Konkurrenten, aber auch des “aushelfenden Mediums” ein.

Der andere Vorteil des Internets gegenüber dem Fernsehen ist die im Zitat beschriebene Möglichkeit des Austauschs der Konsumenten über “Socialmedia-Plattformen” (z.B. Facebook, Twitter). Der entscheidende Punkt hierbei ist, dass dort nicht nur die Zuschauer miteinander reden, sondern dass sie auch Kontakt zum Let’s Player persönlich beziehen können. Gerade die Let’s Player, die auf ihre treuen Fans angewiesen sind, weil sie zum Beispiel als Medienproduzenten ihr Geld verdienen, wissen, wie wichtig es ist, auf die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Zuschauer einzugehen. Das kommt wiederum den Fans zugute, denn sie können beispielsweise über Abstimmungen das “Programm” mitbestimmen und somit festlegen, was gespielt/gezeigt wird.

Natürlich kann es selten allen recht gemacht werden, doch dem Großteil der Konsumenten wird genau das Programm geboten, welches sie sich gewünscht haben. Dies macht den wohl besonders relevanten Unterschied zum Fernsehen aus und legt auch die Vermutung nahe, dass darin auch einer der Hauptgründe für den Erfolg der Let’s Plays (bzw. des Internets generell) zu sehen ist.

 

Fazit:

 

Let’s Plays füllen für viele Gamer eine Lücke, die andere Medien offen gelassen haben. Sie sind in der Lage, die Menschen aus der Gamerszene auf eine neue Art und Weise zu verbinden und ihnen den Austausch über Erfahrungen, Erlebnisse, Emotionen und auch alltägliche Dinge zu ermöglichen. Der Konsument ist in der Lage, sein Programm frei zu wählen und vor allem auch selbst mitzugestalten. Zudem muss ein Spieler, in manchen Fällen dank des “Sicherheitsgefühls” beim LP-Schauen, nicht zwangsläufig vollkommen auf ein Spielerlebnis verzichten, sei es aus finanziellen Gründen oder weil ihm das Spiel eigentlich zu aufregend oder unheimlich ist.

LPs werden von der Mehrheit auch als eine moderne Form des Spiele-Journalismus angesehen, da sie sich auf diese Weise einen besseren Eindruck von (neuen) Spielen machen können. Hierbei spielt vor allem die Unverfälschtheit und die Authentizität eine wichtige Rolle. Der Spieler will die “ungeschminkte” Wahrheit über das Gameplay, die Grafik und  das Spielgefühl erfahren. Diese gewinnt er besonders gut durch das Ansehen von LPs.

Was die Ästhetik angeht, so ist der “Do-it-yourself-Charakter”, welchen die meisten Let’s Plays aufweisen, kein besonders großer Störfaktor. Solange die Bild- und Tonqualität einigermaßen stimmen, sind die Konsumenten zufrieden. Auch die Tatsache, dass die Sprecher alles andere als Profis sind, scheint den Erfolg der LPs eher zu fördern als zu schaden. Denn auch an dieser Stelle ist es entscheidend, wie natürlich und authentisch eine Person nach außen hin wirkt. Der Zuschauer möchte sich mit dem Let’s Player identifizieren können, was schwierig ist, wenn der Mensch im Video unpersönlich und verstellt auftritt. Ein ausgebildeter Moderator, der gar eingeübte Texte aufsagt oder irgendwo abliest und keinerlei Spontanität und Natürlichkeit aufweist, wäre deshalb vermutlich nicht sehr erfolgreich.

Gut unterhalten wird der Zuschauer dann, wenn die Sympathie zwischen ihm und dem Let’s Player stimmt. Näheres wurde dazu schon im obigen Punkt “Was ein gutes LP ausmacht” ausführlich besprochen.  

Let’s Plays dienen darüber hinaus als Sprachrohr für Meinungen, als Treffpunkte für Interessierte und Gleichgesinnte und sie geben Hilfestellungen und Inspiration für das eigene Spielen. Ob als reine Unterhaltung, zum Schwelgen in Nostalgie oder auch zur Entspannung und Einschlafhilfe, Let’s Plays sind derart vielfältig, dass sie ein breites Publikum ansprechen und zur Zeit äußerst zufriedenstellen.

 

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